4. Warum schreiben Sie historische Romane?
In der Beschäftigung mit vergangenen Zeiten erkennt man, was in der Gegenwart wirklich von Bedeutung ist. Insbesondere soziale Formen sind großen Veränderungen unterworfen. Die Probleme z.B., denen sich die Frauen in früheren Zeiten gegenübersahen, sind an überkommene Rollenbilder gebunden. Nachhaltigkeit gewinnt eine Geschichte aber vor allem durch menschliche Konflikte, die als solche in allen Zeiten vorzufinden sind wie Liebe, Hass, Hoffnung, Gier usw. Wenn man über die Vergangenheit schreibt, fällt es leichter diese überzeitlichen Kräfte zu erkennen und zu thematisieren, die wir in der Banalität unseres gegenwärtigen Alltags oft übersehen.
5. Wie sieht die Arbeit an einem Roman aus?
Ich interessiere mich besonders für das 18./ 19. Jahrhundert. Wenn ich etwas über eine Person/ ein Ereignis aus dieser Zeit höre, das in mir etwas zum Klingen bringt, recherchiere ich darüber. Damit lade ich die Geschichten zu mir ein. Wenn man sich dann gut versteht, beginne ich aufzuschreiben.
6. Fällt Ihnen das Schreiben leicht?
Für mich ist Schreiben Erleichterung, ich schaffe damit Ordnung in meinem Inneren. Man schreibt ja nicht, weil man schreiben will (da würde ich oft was anderes wollen), sondern weil man etwas zu sagen hat. Mit dem “weißen Blatt” habe ich daher keine Schwierigkeiten, wohl aber mit Sommer und Sonnenschein. Dann fällt mir die Einzelhaft am Schreibtisch schwer.
7. Ihr liebstes Literaturzitat
“I thank everybody in this book for coming” Alice Walker in The Color Purple
8. Wenn Sie nicht schreiben würden...
...wäre ich Regisseurin und hätte alle meine Lieblingsklassiker verfilmt.