Hören und Lesen

Meine ersten schriftstellerischen Gehversuche unternahm ich mit etwa 10 Jahren, inspiriert durch die “Miss Marple”-Geschichten. “Mrs. Summerhills erster Fall” bestand zwar nur aus einer in einem Schulheft bekritzelten Seite, aber ich machte dadurch eine wichtige Erfahrung: Wir alle führen ein Doppelleben in und durch Literatur. Während wir still in einem Sessel sitzen, lösen wir Mordfälle, umsegeln die Welt und kämpfen um die große Liebe. Wir sind Detektive, Entdecker oder Hofdamen und machen Erfahrungen, die unser Selbstverständnis vertiefen und uns entgrenzen.

Ich bin in meiner Arbeit auf keine Gattung festgelegt, es ist ein Thema, das mich inspiriert: Das “lange 19. Jahrhundert”, das mit der Aufklärung begann. In dieser Epoche wuchs das Bewusstsein, dass man mit selektiven Schilderungen das Bild von Ereignissen formen kann - bis hin zur Verzerrung - ein Prozess, der sich in der Rezeption fortsetzt. Hinter jeder Geschichtsdarstellung steht eine Absicht; das Spannende an der Arbeit mit Geschichte ist, diesen Absichten nachzuspüren und sie offen zu legen. Über wen und über was wird geschrieben und worüber nicht? Vor allem die Dinge, die in den “toten Winkel” der Geschichtsschreibung geraten, geben der Beschäftigung mit der Vergangenheit ihre Brisanz. Meine Arbeit habe ich daher unter die Leitfrage gestellt:

Welche Geschichte(n) erzählt sich eine Gesellschaft?

Meine literarische Mitte habe ich schließlich durch die Arbeit an “Zur Hölle! Zur Freiheit!” gefunden. Obwohl die Arbeit an diesem Roman noch nicht abgeschlossen ist, erlebe ich schon jetzt, dass ich mich darin verwurzeln und künftigen Projekten entgegen wachsen kann.

Kurzgeschichten

Romane

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