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Historische Kurzgeschichten von mir findet man u.a. hier:
Menschen - Träume - Große Taten, hrsg. von Titus Müller, Advent Verlag
In Bd. 1: (Mila Carnel): Fünf Batzen für die Schule: Johann Heinrich Pestalozzi hat im ausgehenden 18. Jahr. ein neues Konzept der Pädagogik entwickelt und sieht sich zahlreichen Widerständen gegenüber.
In Bd. 2: (Mila Carnel): Freiheit für Phelia: Harriet Beecher Stowe versteckt die entflohene Sklavin Phelia. Sie bringt dadurch ihre Familie in Gefahr und wird zur Vorkämpferin der Anti-Sklaverei-Bewegung in den USA.
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Rasch, beeilt euch! Wenn er ihr gefolgt ist, wird er jeden Moment hier sein!” Harriets Hände zitterten, die Finger hasteten wie ihre Gedanken, sie legte ein grob gewebtes Hemdchen zusammen, Strümpfe, eine Hose, ein Leibchen und schob alles in eine Tasche aus fleckigem Leder. Auch eine Kerze legte sie dazu, eine von den guten, die lange brannten.
Wenn sie sich verstecken müssen, soll dieses Licht bei ihnen sein, so wie unsere Gedanken es sind, dachte Harriet und sah zu Phelia hinüber, die ihren kleinen Sohn eilig ankleidete. Seit einem Monat hatten Mutter und Sohn in diesem Haushalt gelebt – entflohene Sklaven aus Kentucky. Und an diesem Morgen hatte Phelia den Mann, der sich ihr Besitzer nannte, in der Stadt gesehen – und er hatte sie gesehen, nur für einen kurzen Moment, aber sie musste befürchten, dass er sie erkannt hatte. Sie musste fliehen. Harriets Mann würde sie abholen und in Sicherheit bringen.
Die Zwillingstöchter eilten durch die Küchenstube und suchten Wegzehrung zusammen: Einen Laib Brot, den sie in Leinen einschlugen, ein Stück Schinken, ein paar Äpfel. Eliza blieb mit dem restlichen Schinken in der Hand beim Fenster stehen und drückte ihre Wange dicht an die Scheibe, um die Straße nach Cincinnati hinunter schauen zu können.
“Noch ist niemand zu sehen, Mutter”, meldete sie.
Harriet nickte und schloss den Lederriemen der Tasche, die zwischen Körben, Schüsseln und Gemüse auf dem Holztisch lag. Ihr Blick fiel auf den karierten Wollshawl, den sie in Eile auf die Truhe geworfen hatte. Jetzt nahm sie das Tuch auf, faltete es hastig aber sorgsam und legte es auf die Tasche. Phelia hatte es gesehen. Sie kniete am Boden und half ihrem Sohn Lucius in sein Kurzmäntelchen. Seine Augen ruhten ernst und fragend auf ihr.
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