Tausendseiten
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Claudius

 

Tanja Schurkus:

 

Matthias Claudius. 

Eine Romanbiografie.  

 

Brunnen Verlag, geb. mit Schutzumschlag, 256 Seiten,

ISBN: 978-3-7655-1180-6 16,99 Euro (D)

 

 

 

Mehr:

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Über das Buch:

Im Nachlass von Matthias Claudius (1740-1815) findet sich ein rätselhafter Brief, von der Nachwelt mit dem Vermerk versehen: ”An Napoleon Bonaparte gerichtet aber nicht abgeschickt.” In diesem Schreiben ist die Rede von einem großen drohenden Schlag, den es abzuwenden gilt und daher bittet der ”wohlmeinende Unbekannte”, so bezeichnet sich Claudius, um eine Unterredung unter vier Augen.

Was hatte Claudius Napoleon mitzuteilen? Steht das Schreiben mit den zahlreichen freimaurerischen Anspielungen im Zusammenhang mit dem Aufstand Hamburgs gegen die französische Herrschaft? Oder handelt es sich nur um einen fingierten literarischen Brief?

Diese Romanbiografie erzählt eine mögliche Geschichte dieses Briefes und gibt einen Einblick in das Leben des Dichters Matthias Claudius, der seine Familie mit seinem unerschütterlichen Glauben durch eine gefahrenvolle Zeit führte.

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Matthias Claudius ist den meisten bekannt durch sein Gedicht ”Abendlied”, dessen erste Zeilen ”Der Mond ist aufgegangen” vielen durch die Vertonung im Ohr sind. Für seine Zeitgenossen war er auch Essayist, Rezensent, Journalist. Viele Jahre gab er den ”Wandsbeker Boten” heraus und stand in Verbindung mit den Gelehrten seiner Zeit. Ihr Urteil fällt sehr unterschiedlich aus. Wilhelm von Humbolt nannte ihn ”eine völlige Null”, dem schloss sich Schiller nur zu gerne an. Herder schwärmte von Claudius´ Seelengüte, nur um ihn bei anderer Gelegenheit einen Esel zu nennen. Klopstock und Lessing waren regelmäßig zu Besuch in Wandsbek, wo Claudius mit Frau Rebekka und acht Kindern lebte. Manche beneideten ihn um die Idylle, die er sich trotz steter Geldsorgen geschaffen hatte.

Andere verspotteten ihn dafür, denn die Zeit zwischen 1775 und 1815 brachte ein neues Bewusstsein hervor.

 

 

 

Wandsbeker Schloss um 1800

Wandsbek ist heute ein vom Autoverkehr durchtoster Stadtteil von Hamburg. Damals gehörte der Ort zu Dänemark. Hier tummelte sich alles, was in Hamburg unerwünscht war, und die Zeitung des Ortes hatte einen schlechten Ruf als Klatschblatt. Dem sollte Claudius mit seinem ”Wandsbeker Boten” abhelfen. So kam er 1771 nach Wandsbek und blieb.

Die Themen der Zeit: Das waren die Aufklärung und die Politik. Die Revolution in Frankreich fand ihre Anhänger in Hamburg, Claudius aber blickte kritisch auf die Ereignisse. Der von Fürsten regierte Obrigkeitsstaat war für ihn ein Gott gewolltes Ideal. Aber auch er konnte die Veränderungen nicht aufhalten. Nachdem Hamburg jahrelang zwischen den Parteien der Koalitionskriege laviert hatte, wurde es 1811 von Frankreich annektiert. Die Front der Kriege war somit nahe an Claudius´ Haus gerückt.

 

 

 

Hamburg, Jungfernstieg um 1820

 

 

Claudius´ Tochter Caroline hatte den in Hamburg ansässigen Buchhändler Friedrich Perthes geheiratet. Er wurde zur führenden Gestalt im Aufstand gegen die Franzosen 1813. Vor den anrückenden Truppen Napoleons flieht Caroline zu ihren Eltern nach Wandsbek, von ihrem Mann muss sie sich trennen, dem die Hinrichtung droht.

Jetzt kann der Familie nur noch die Schreibfeder von Matthias Claudius helfen.

 

 

Stimmen zum Buch:

 

„Wie die strukturelle Konzeption des Romans die Verfasserin als gekonnte Schriftstellerin im Großen ausweist, so zeigen viele Einzelstellen eine glückliche 'Federführung' im Kleinen. […] Kurzes Fazit: Dieses Buch verdient, gelesen zu werden.“

Herbert Rowland in: Jahresschrift der Claudius-Gesellschaft, hrsg. von Dr. Reinhard Görisch, Heft 22/2013.

 

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