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Tipps und Tricks

Hier gibt es kleine Notizen aus dem Lektorat

 

Ach herrje, das Exposé ...

 

Egal ob 600 Seiten Epos oder kleiner 200 Seiten Roman: Das Exposé ist für viele Autoren eine regelrechte Strafarbeit, dabei geht es eben ohne nicht: Für Bewerbung bei Agenturen, Stipendien oder Verlagen braucht es eine Zusammenfassung, die mehr ist: Sie soll Lust aufs Lesen machen, die Qualitäten des Textes deutlich zeigen.

 

Jeder Autor ist aber an seinem Text nahe dran, das ist etwa so, als würde man mit der Nase dicht an einem Bild stehen -- wie soll man da beschreiben, was zu sehen ist? Hier ein kleiner Tipp, um Abstand zu gewinnen: Kurzkritiken von Filmen in der Programmzeitschrift lesen. Sie sind nach dem immer gleich Muster aufgebaut: Erst eine Zusammenfassung, ein paar Zusatzinfos, die bemerkenswert sind, und eine Aussage darüber, ob sich das Einschalten lohnt. Diesen letzten Punkt kann man als Autor außer Acht lassen, aber insbesondere die Zusammenfassung hilft dabei, sich in der Verknappung zu üben.

 

Kleine Übung: Nach einem Film suchen, den man kennt. Selbst eine Zusammenfassung schreiben, die dem Format der TV Zeitschrift entspricht, mit der abgedruckten Form vergleichen. Wenn man das einige Male durchgespielt hat, geht man so an den eigenen Roman. Wichtig: Als erste Fassung eine möglichst knappe Form wählen, denn es ist immer schwerer, aus einem langen Exposé etwas zu kürzen, als bei einem kurzen etwas zu ergänzen. Am besten beginnt man mit einem 3-Sätze-Pitch: Wer (handelt)? Was (geschieht - wesentlicher Plotpoint)? Warum (ist die Geschichte lesenwert, warum hat man sie erzählt)?

 

Agenten und Lektoren haben wenig Zeit. Es empfiehlt sich daher, das kleine Pitch dem Exposé voran zu setzen.

 

 

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© Tanja Schurkus